Organspende & Transplantation

Organhandel
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Der Begriff Organspende ist in der Bevölkerung immer noch mit vielen Unsicherheiten und Ängsten verbunden. Neben den Begriffen Hirntod, Verteilungsgerechtigkeit bei den Organen, zu frühe Therapieeinstellung etc., ist sehr oft der Begriff ORGANHANDEL zu hören.

Darunter versteht man die illegale Entnahme oder Vergabe bzw. Transplantation von Organen und Gewebe.

Leider werden in den Medien und somit in der Bevölkerung Gewebe- und ORGANHANDEL immer wieder gleichgestellt, was aber so überhaupt nicht stimmt und nicht stimmen kann.

Grundsätzlich muss beachtet werden, dass Organe i.d.R. viel kürzere Konservierungszeiten ( z.B. Herz und Lunge 3 Std., Leber ca. 15 Std. und Niere ca. 30 Std.) haben und dadurch eine sehr kurze Zeit zur Lösung der logistischen Probleme zur Verfügung steht. Beim Gewebe sind die Lagerungszeiten viel länger, z.T. über Wochen oder Monate.

ORGANHANDEL ist in den westeuropäischen Ländern aufgrund der nationalen und internationalen Organisationen nicht möglich und bisher ist kein Fall in Deutschland bekannt, wo dies nachgewiesen werden konnte. Anders verhält es sich bei Gewebehandel, hierbei gab es immer wieder Fälle, in denen z. B, Sektionsgehilfen Gewebe (z.B. Hirnhaut) illegal entnahmen und weiterverkauft haben. Dies ist eine kriminelle Machenschaft, die aber mit ORGANHANDEL nicht das geringste zu tun hat.

 

EUROTRANSPLANT

Deutschland ist in einem Verbund mit den Beneluxländern und Österreich im sogenannten EUROTRANSPLANT-Verbund (ET) zusammengeschlossen. Ähnliche Organisationen gibt es in Frankreich, England, Spanien, Italien, Portugal, Griechenland und in den skandinavischen Ländern.

Hierbei ist es üblich durch einen lückenlosen Nachweis über Organspender (Organherkunft) und Empfänger (Transplantatvergabe) eine genaue Dokumentation und somit Transparenz zu gewährleisten.

Bei jeder Organentnahme und Vergabe sind sehr viele Institutionen und Personen beteiligt, so dass Unregelmäßigkeiten sofort erkannt und sicher unterbunden würden.

 

ORGANHANDEL IM AUSLAND

Leider gibt es in verschiedenen Drittländern einen ORGANHANDEL der von allen verantwortlichen Ärzten verurteilt und auf das äußerste missbilligt wird.

Besonders in Indien werden von dubiosen "Organvermittlern" arme Slumbewohner zu einer "Nierenspende" überredet und erhalten dafür ca. DM 1000. Die Nierenempfänger zahlen ca. DM 25.000. für eine Transplantation. Der größte Teil der Empfänger kommt jedoch aus den arabischen Staaten, weil es dort keine Organspender gibt.

Leider sind auch in den letzten Jahren mehrere Dutzend Patienten aus Deutschland, ohne Wissen bzw. Zustimmung ihrer behandelnden Ärzte, nach Indien (oder andere Länder) gefahren und haben sich eine Niere gekauft. Nichtwissend welchen Gefahren (AIDS, Hepatitis und andere Infektionskrankheiten) sie sich damit aussetzen. Dies zeigt sich sehr oft auch daran, dass diese gekauften Nieren sehr viel schlechter "funktionieren" als die rechtmäßig erworbenen im ET-Bereich.

Obwohl der Organhandel in Indien durch ein Gesetz verboten ist, werden jährlich ca. 3000 Nieren transplantiert. Für die sogenannten "Organvermittler" ist es kein Problem notariell eine sog. "Schenkung zwischen Spender und Empfänger" zu dokumentieren und hinterher erfolgt unter der Hand eine Geldübergabe zwischen den beteiligten Personen.

Das Argument, dass die armen Organspender durch den Verkauf einer Niere ein besseres Leben führen könnten, trifft nicht zu. Am Ende bleiben durch eine unzureichende Nachsorge große gesundheitliche Schäden und durch vorherige Schulden keine finanziellen Vorteile übrig.

Ähnliche Ungereimtheiten in der Organvermittlung werden auch aus Ostblockländern und aus Südamerika berichtet.

Die deutsche Justiz und die Transplantationszentren verurteilen diesen ORGANHANDEL auf das äußerste und missbilligen jede Form der Ausnutzung zur illegalen Organerlangung.

 

NORD- SÜDGESCHICHTE

Zu verschiedenen Zeiten kursieren immer wieder Geschichten durch die Bevölkerung, wo irgend jemand jemanden kennt, dem/der eine Niere "geklaut" wurde. Sei es bei einem Urlaub in der Türkei oder bei einem Einkaufstrip im nahen Elsaß (Bereich Süddeutschland) .

In vielen Fällen wurde sowohl von juristischer als auch von journalistischer Seite, und von Seiten der Transplantationszentren versucht, Betroffene zu finden, denen eine Niere "gestohlen" wurde. In keinem Fall konnte jemand ausfindig gemacht werden, bei dem diese Behauptungen zutreffen. Bei Rückfragen unter den "Geschichtenerzählern" musste spätestens nach der 14. oder 15. Rückfrage gepasst werden, weil die Geschichte immer wieder von einem anderen weitererzählt wurde.

Im Transplantationsgesetz ist der ORGANHANDEL entsprechend unter Strafe gestellt. Besonders wichtig ist hierbei, dass vor allem ORGANHANDEL im Ausland zukünftig bestraft wird (ähnlich dem Gesetz bei der Kinderprostitution im Ausland).

 

 

 

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Copyright © 2000 Organspende und Transplantation
Stand: 11. September 2004

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