Organspende & Transplantation


 

 


Transplantationen 1999 auf gleichem Niveau

Rückgang der Organspende
Kompensation durch Lebendspende und Organe aus den Eurotransplant -Partnerländern

Die Zahl der Organtransplantationen in Deutschland ist im vergangenen Jahr etwa auf dem Niveau des Vorjahrs geblieben. Insgesamt konnte 3.896 schwerkranken Patienten durch ein Spenderorgan geholfen werden, rund 0,6 Prozent weniger als 1998 (3.918).

Die Lebendspende hatte dabei einen immer höheren Anteil. So wurden 1999 insgesamt 2.275 Nieren übertragen (1998: 2.340); 380 (16,7 Prozent) stammten von lebenden Spendern, die einem nahen Angehörigen oder Freund ein Leben ohne Dialyse ermöglichen wollten (1998: 343). Der Anteil der Lebendspende (Leberteilspende). an der Lebertransplantation (757) betrug 5,4 Prozent (41).

Nach wie vor bedeutet jedoch die Organspende nach dem Tode für die Mehrzahl der ca. 13.000 schwerkranken Patienten, die in Deutschland auf eine Transplantation warten, die einzige Hoffnung. Die Zahl der Verstorbenen, denen Organe entnommen wurden, ging um 6,5 Prozent auf 1.039 zurück (1998: 1.111).

"Die Krankenhäuser haben im vergangenen Jahr häufiger mitgeteilt, wann Verstorbene für eine Organspende in Frage kamen", erklärt Prof. Martin Molzahn, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO), Neu-Isenburg. Insgesamt wurden 2.352 mögliche Organspender gemeldet (1998: 2.285).

"Leider war es häufiger der Fall, dass die Organe nicht entnommen werden konnten". Dies hatte zum Teil (609) medizinische Gründe, etwa wenn eine Erkrankung des Spenders gegen die Transplantation seiner Organe sprach. Bei 671 möglichen Spendern gab es keine Zustimmung zur Organentnahme (36,3 Prozent). Eine Organspende ist nur möglich, wenn die dokumentierte Bereitschaft des Verstorbenen vorliegt oder die Angehörigen nach dem bekannten oder mutmaßlichen Willen des Verstorbenen zustimmen.

"Die Organspende in Deutschland hat durch das Transplantationsgesetz vorn Dezember 97 noch nicht den erhofften Aufschwung genommen," sagt Prof. Molzahn. "Erst wenn die Neuorganisation der Organspende, die das Gesetz vorsieht, umgesetzt ist, erwarten wir eine Steigerung der Zahlen.“

Die DSO wird voraussichtlich im Frühjahr 2000 ihre Tätigkeit als Koordinierungsstelle für Organspende aufnehmen. "Dann werden wir die Möglichkeit erhalten, die Zusammenarbeit mit den Krankenhäusern, den Transplantationszentren und allen Institutionen, die sich in Deutschland für die Organspende einsetzen, zu intensivieren."

Nicht bei allen Transplantationen war im vergangenen Jahr ein Rückgang zu verzeichnen. So wurden 757 Leberübertragungen vorgenommen (1998: 722). 146 Patienten konnte durch eine Lungentransplantation geholfen werden (1998: 131). 218 durch die Übertragung einer Bauchspeicheldrüse (1998: 183).

Die Zahl der Herztransplantationen ging dagegen von 542 (1998) auf 500 zurück. Wie auch in den vergangenen Jahren sind in Deutschland mehr Organe transplantiert als gespendet worden. Die zusätzlichen Organe stammen aus den Eurotransplant - Partnerländern Österreich, Belgien, Luxemburg und den Niederlanden.

 

Postmortale Organspender

1998

 

1999

 

absolut

pro Mio. Einw.

absolut

pro Mio. Einw.

1.111

13,55

1.039

12,66

 

Transplantationen

1998
absolut
 

1999
absolut

 

Niere
- davon Lebendspende -
2.340
343
2.275
380
Herz 542 500
Leber
- davon Lebenspende -
722
25
757
41
Lunge
- davon Herz/Lunge -
131
14
146
20
Pankreas
- davon Niere/Pankreas
183
171
218
205
Gesamt 3918 3896

 

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Tel.: (06102) 3008396
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Stand: 11. September 2004